Die neue Seite

Nach all der Geschichte ging es gestern auf die modernere Seite von Seoul und damit zugleich auf die andere Seite des Flusses Richtung Gangnam.

Dabei habe ich auch gleich mal die U-Bahn getestet und das funktionierte gut, weil alle Ansagen und Anzeigen auch in Englisch sind.

Erster Stop war der Samsung Showroom D’light mit allen möglichen interaktiven Displays inklusive der Wohnung von morgen mit dem Spiegel, der einem zeigt, wie man morgen im neuen Outfit aussieht oder gleich die Gesundheitsanalyse aufgrund der Gesichtsfarbe stellt.

Ansonsten geht die Teheran Straße auch für jede amerikanische Großstadt durch. Da sieht man den amerikanischen Einfluss schon sehr.

Weiter ging es zu Fuß (am Ende des Tages waren es wieder mehr als zehn Kilometer) Richtung Osten zum Lotte World Tower, dem funfhöchsten Gebäude der Welt. Mit dem Aufzug ging es in weniger als einer Minute zum 119. Stockwerk mit einem schönen Blick über Seoul und auch direkt hinunter durch den höchsten Glasboden.

Der Name Lotte, das ist ein großer koreanischer Mischkonzern, kommt übrigens von der Lotte aus den Leiden des jungen Werthers. Der Firmengründer war wohl ein großer Goethefan.

Erste Eindrücke

Die Finnen gaben kräftig Gas, sodass ich schon kurz nach acht in Seoul war und mit dem praktischen Airportbus auch zügig in der Stadt.

Nach einem kleinen Nickerchen ging ich auf die erste Erkundungstour. Alles eine bunte Mischung. Viele mehr oder weniger moderne Skyscraper und dazwischen wieder kleine Hütten. Und bunte Märkte, wo ich mir erst mal eine Nudelsuppe mit Dumplings gönnte.

Direkt neben dem historischen Osttor dann das Spaceship, das Dongdaemun Design Center von Zaha Hadid.

Das reichte dann auch für den ersten Tag und mit einem Cass Bier und einer Melatonin schlief ich dann zehn Stunden wie ein Bär.

Ostersonntag war dann die historische Tour angesagt. Das Hotel liegt wirklich sehr gut und ich konnte alles zu Fuß machen – es wurden am Ende des Tages dann aber doch 14 Kilometer Strecke.

Start war ein alter Schrein, in dem Erinnerungstafeln an 27 Könige aufbewahrt wurden und der nur auf einer geführten Tour besichtigt werden konnte, die aber zum Glück gerade startete, als ich ankam.

Noch war es etwas dunstig, aber im Laufe des Tages kam immer mehr die Sonne raus. Weiter ging die Tour dann zu drei Königspalåsten, die alle ein bisschen an die verbotene Stadt in Peking erinnerten. Große Thronhallen, aber auch Verwaltungsräume und Wohnzimmer für die königliche Familie. Vieles wurde während den japanischen Besatzungen zerstört, aber wieder aufgebaut. Entweder vor 400 Jahren oder erst im 20. Jahrhundert.

Viele Koreaner (und auch chinesische Touristen) waren in alten Kostümen unterwegs und lichteten sich in allen möglichen Posen ab. Aber das Smartphone war nirgends weit…

Der Tag endete mit diversen Leckereien von den Straßenstånden in Myeongdong.

Flug mit Spannung

Zum Glück war ich mal wieder überpünktlich am Flughafen, denn es sollte noch spannend werden. Als ich ankam, sagte die Anzeige noch, dass der Schalter um 11 öffnet. Eine Viertelstunde später stand da plötzlich canceled. Ich also zum Ticketcounter und die waren wohl schon präpariert. So wurde ich auf Helsinki umgebucht und dort weiter nach Seoul.

Der erste Teil war mit Czech Airlines um 11.40. Es wurde dann am Ende 13 Uhr, bis wir abhoben. Und der Flieger war auch mit Smartwings bemalt, was die große Schwester von CSA ist. Eigentlich gehört der 21 Jahr alte Jet aber AirExplore aus der Slowakei. Nun gut. Nach der ewigen Verzögerung freute ich mich auf ein Mittagessen, wie es bei CSA für die Business Class groß angekündigt war. Aber nix da. We did not load any business class meal, hieß es. Dafür bekam ich sehr großzügig mein Sprite gratis. Dafür saß ich allein in der business class, die aber auch nur aus zwei Plätzen bestand. 2D und 2F. Der Fußraum war allerdings großzügig.

Mit anderthalb Stunden Verspätung waren wir dann in Helsinki und dann noch ein Busgate. Aber ich hab es pünktlich geschafft und konnte gleich an Bord meines Lieblingsflugzeuges gehen. Airbus A350. Und jetzt lasse ich mich mal überraschen, was die finnische Gastfreundschaft zu bieten hat. In 8.30 sind wir dann auch schon in Seoul. Dinner, Schlaf, Frühstück.

Großes und kleines Russland

Vor lauter Sightseeing gibt’s jetzt zwei Tage auf einmal.

Am Montag setzten wir unsere Tour in St. Petersburg fort. Immer noch bei strahlendem Sonnenschein, also durchaus ungewöhnlich.

Von einer Metrotour in einer der tiefsten U-Bahnen über eine Bootstour bis hin zu drei Kirchen war alles vertreten.

Abschluss der Tour war ein Besuch in Peterhof mit einem tollen Park direkt an der Ostsee und unzähligen Brunnen und Wasserspielen, die alle nur schwerkraftbetrieben sind.

Leider war am nächsten Tag in Helsinki nichts vom vorhergesagten Sonnenschein zu sehen, sodass wir nur eine kleine Tour machten. Vieles sah auch wie in Petersburg aus. Kein Wunder, denn Finnland war lange unter russischer Kontrolle und der Zar ließ die Gebäude in ähnlichem Stil bauen. Nur alles etwas kleiner.

Aber es gab natürlich auch moderne Gebäude wie das Kunstmuseum, das Konzerthaus oder die Felsenkirche, die aus einem Block ausgehöhlt wurde und dann ein Dach drüber bekam.

Bei den Romanows

Wir hatten Glück und es war ein sonniger Tag in Sankt Petersburg auf unserer Tour mit Alexandra. Und es gab reichlich zu sehen. Eine prächtige Fassade reiht sich an die andere, dazwischen schöne Kanäle. In der Eremitage weiß man nicht so recht, ob man auf die Räume oder die Kunstwerke von Leonardo da Vinci, Rembrandt, Michelangelo oder Goya schauen soll (oder die hunderte anderen Werk, die überall stehen oder hängen) ansehen soll. Hier also nur ein paar impressionen.

Zweiter Stop war dann der Katharinenpalast, der zwar nicht ganz echt ist, aber doch originalgetreu wieder aufgebaut wurde und noch wird. Und es ist nicht zu übersehen, dass die regierenden Damen und Herren durchaus Gefallen an Gold fanden.

Heute Nacht bleiben wir hier im Hafen, morgen ab 7.30 gibt’s dann Teil zwei der Tour.

Reval live

Estland war unsere heutige Station. Mit anderthalb Millionen Menschen noch kleiner als Dänemark.Tallinn als Hauptstadt hat 400.000 Einwohner, aber selbst das Regierungsviertel hat fast dörflichen Charakter. Die Altstadt ist beeinflusst von Dänen, Schweden und Russen, die alle hier mal den Finger drauf hatten, und den Deutschen, die über den deutschen Orden und die Hanse lange die Oberschicht stellten. Damals hieß der Ort auch noch Reval.Dementsprechend bunt war der Architekturmix, den wir auf unserer zweistündigen Gratis Walking Tour gesehen haben. Und es gab zudem noch Einblicke in das estische Leben.Aber die Kopfsteinstraßen waren auch anstrengend. Also zurück zum Schiff und ab in den Hot Tub 🙂

Tour de Meck-Pomm

Auch wenn das Wetter nicht so schön war, machten wir uns mit unserem Opel auf Tour. Zuerst ging es in die Hauptstadt Schwerin, die für eine Landeshauptstadt sehr übersichtlich ist. Kein Wunder bei weniger als 100.000 Einwohnern. Die Ministerien lagen alle in walking distance zum Schloss, in dem auch der Landtag seinen Sitz hat.

Ursprünglich war das Schloss die Residenz der mecklenburgischen Herzöge und die ließen es sich durchaus gut gehen. Der heutige Bau entstand zum größten Teil erst nach 1850 und erinnert doch ein bisschen an Neuschwanstein.

Zweiter Programmpunkt war Rostock. Zwar nicht Hauptstadt, aber doppelt so groß und das wirtschaftliche Zentrum, schon seit Zeiten der Hanse. Entsprechend war auch der Mix an Baustilen inklusive nordisch maritim getarnten Plattenbauten. Und die lange Straße hatte ein bisschen was von Karl Marx Allee.

Weiter nach Osten führte uns dann unser Dinner im Red Ginger. Es gab sogar eine Box, aus der man sich das bevorzugte Design der Stäbchen aussuchen konnte. Und die Variationen der Jakobsmuscheln waren wirklich fein.


Heute schippern wir den ganzen Tag über die Ostsee. Wetter ist weiter durchwachsen, aber wir konnten doch ein bisschen an Deck liegen.

Und jetzt wartet ein dickes Steak auf uns. Good night

Betonung auf „klein“

Wir starteten den Mittwoch mit unserem zweiten Teil an Sightseeing in Kopenhagen, diesmal aber vom Wasser aus. Das war deutlich bequemer und mit den vielen Kanälen dort sah man auch fast alles von der Wasserseite aus. Oper, den Black Diamond und Christiansborg, der einzige Gebäude weltweit, in dem Legislative, Exekutive und Judikative gemeinsam ihren Sitz haben (wieder Wissen für die nächste Dinnerparty).

Danach gab es dann einen Bus Shuttle zum Schiff mit Umsteigen an der kleinen Meerjungfrau. Das klein ist mehr als berechtigt, denn die Statue ist nur 1,25 groß und bekommt in meiner Liste der meistüberschätzten Touristenattraktionen einen Platz ganz vorne.

Umso schöner war dann unser Schiffchen. Nix spektakuläres mit Royal Promenade etc, aber sehr gediegen.

Und sogar die Sauna taugt was samt schöner Sonnenterrasse mit Jacuzzi. Und am späteren Nachmittag kam die Sonne dann sogar noch einmal raus.

Von der Weißwurst zum Smørebrød

Und wieder einmal geht es auf Tour. Um fünf Uhr heute früh machten wir uns auf den Weg zum Flughafen in München. Und da darf ein Weißwurst-Frühstück nicht fehlen. Eine gute Entscheidung, denn das Catering bei SAS bestand aus genau einem Minibecher Tee. Aber immerhin waren wir pünktlich.

Mit dem Hop-on-Bus sind wir dann ein bisschen durch die Stadt geschaukelt. Durchaus sehenswert. Eine Mischung aus alten Lager- und Kaufmannshäusern und dazwischen die Schlösser der Könige bzw. heute der Königin. Einer ihrer Vorfahren baute so eifrig, bis der Staat pleite war. Naja, das kennen die Bayern ja auch.

Dafür spendierte Herr Møller, der Chef von Maersk, mal eben eine neue Oper. Da könnte Bernhard Ilg neidisch werden.

So, es war ein langer Tag und daher gibt’s jetzt nur noch ein paar Bilder. Gute Nacht aus dem Staate Dänemark.

Alte Kaiser und neue Kaiser

Letzter Stopp ist nun die aktuelle Hauptstadt. Und das sieht man auch. Die aktuellen roten Kaiser haben der Stadt durchaus ihren Stempel aufgedrückt. Gewisse Ähnlichkeiten mit Ost-Berlin sind nicht von der Hand zu weisen. Breite Boulevards mit etwas sozialistisch angehauchtem Baustil.

Am Platz des himmlischen Friedens sorgen Absperrungen für ebendiesen. Außen herum das Nationalmuseum, der Volkskongress und das Mausoleum von Mao. Dessen Gesicht ist auch gleich gegenüber am Südtor des Kaiserpalastes zu sehen. Offiziell das einzige in China.

Dahinter startet dann die verbotene Stadt, deren innere Bereiche nur für den Kaiser, seine Damen und die Eunuchen zugänglich waren. Mehrere Tore hatten verschiedene zeremonielle Aufgaben, dazwischen riesige Plätze. Alles sehr eindrucksvoll und gut besucht. 80.000 Besucher am Tag ist das Limit und so fühlte es sich bei 35 Grad auch an.